Überbauung   G R O T S C H I

Inhaltsübersicht:

· Ausgangslage
· Ablösung der bestehenden
  Überbauungsordnung

· Konzept
· Ein Fallbeispiel
· Situationsplan
· Pläne Haus A und B
· Baubeschrieb
· Kostenschatzung
· Verkaufspreise

 




Ausgangslage

Die Überbauungsordnung Nr. 23 "Grotschi" Abländschen wurde 1989 durch die Gemeindeversammlung und die kantonale Baudirektion des Kantons Bern rechtsgültig in Kraft gesetzt.

Sie schaffte eine Bauzone für Wohnhäuser mit Ferienwohnungsanteil und sah vier Gebäude vor, die als ins Orts- und Landschaftsbild passend beurteilt wurden.

Ebenfalls wurde damals schon erkannt, dass eine Überbauungsordnung an dieser Stelle im öffentlichen Interesse liegt und somit recht- und zweckmässig ist. 

Die bestehende Überbauungsordnung wurde nicht umgesetzt und soll nun den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen entsprechend, angepasst werden. 

Die Überbauungsordnung gilt als entscheidender Punkt bei den Grundsätzen, die für die Erhaltung und Belebung des Dorfes Abländschen ins Gewicht fallen.

Die Bevölkerung von Abländschen und die Gemeinde unterstützen das vorliegende Projekt, das eine Anpassung der bestehenden Überbauungsordnung erfordert und zählen auf die Nachhaltigkeit der Verwirklichung im heute von Abwanderung bedrohten Dorf.

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Ablösung der bestehenden Überbauungsordnung

Die bestehende Überbauungsordnung soll nun durch eine neue abgelöst werden, die die Grundsätze zwar weiter erfüllt, sie aber in zwei Punkten abändert:

- Die Nutzung der Hochbauten wird neu als Ferienhäuser und -wohnungen umschrieben.
- Die architektonische Gestaltung sieht mehrere kleinere Häuser in Betracht: anstatt vier grosse "moderne" Chalets sind kleine, dem Landschaft- und Ortsbild angepasste "Stafelbauten" geplant.

Diese Änderungen werden auf die Bedürfnisse eingehen und den heutigen Anforderungen gerecht werden.

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Konzept

Das folgende Konzept erklärt, warum gerade diese beiden Aspekte entwickelt und neu formuliert wurden. Es geht nicht darum, eine völlig veränderte Überbauungsordnung zu präsentieren, sondern lediglich zu präzisieren, wie die Umsetzung realistisch und dem Markt gerecht werden kann.

Das Marktumfeld:

Es wurde unbestritten nachgewiesen, dass heute einfache Ferienunterkünfte im alpinen Bereich gesucht sind. Ein Angebot, das bestehende Ferienhäuserangebote ergänzen soll, könnte in Abländschen geschaffen werden. 

Alphütten im Saanenland sind sehr gefragt und werden je länger desto mehr touristisch genutzt. Es ist jedoch sehr umstritten, ob diese verstreuten Stafel tatsächlich an den Tourismus abgegeben werden sollen oder dürfen, um ihre ursprüngliche, der Landwirtschaft dienende Nutzung zu verlieren. Die Erschliessung ist vielfach nicht geklärt und die Möglichkeiten zum Ausbau bestehender einfacher Landwirtschaftsbauten sind beschränkt. Eine gruppierte Überbauung könnten alle diese Nachteile aufheben und dennoch die Anforderungen erfüllen.

Abländschen bietet in vieler Hinsicht sehr gute Voraussetzungen für diese Kriterien: es ist "abgelegen", hat keinen Durchgangsverkehr, bietet dem "gestressten" Stadtmensch Ruhe und Stille in intakter, gepflegter Landschaft.

Aktivitäten wie Wandern, Klettern im Sommer und Skitouren im Winter entsprechen ganz klar dem gesuchten Abländschen-Tourist.
Abländschen, das Dorf

Das Dorf bedarf ganz eindeutig einer massvollen touristischen Entwicklung, die sich möglichst stark auf die örtliche Volkswirtschaft auswirken soll. Es geht nicht darum, das bestehende touristisch hochentwickelte Angebot in der Gemeinde Saanen zu konkurrenzieren, sondern in einer Marktnische zu ergänzen, die in der gesamten Region bisher nicht berücksichtigt wurde.

Mit einer Ferienhauszone für einfache und originelle "Stafel", könnte der touristische und somit der volkswirtschaftliche Fortschritt im Dorf Abländschen realisiert werden. Diese Entfaltung der Talschaft würde entscheidend angekurbelt und gefördert. 

Die touristische Entwicklung ist ganz klar von volkswirtschaftlichem Nutzen, einerseits während der Bauphase und andererseits sobald die Überbauung realisiert ist.

Es ist vorgesehen, dass der Bau der Ferienhäuser hauptsächlich von Ortsansässigen erstellt werden soll. Verarbeitet würden an Ort und Stelle schon vorhandene Baumaterialien wie Holz und Natursteine. Der zukünftige Gast erhält aber ebenfalls die Möglichkeit, seine handwerklichen Talente zu fördern. Die gesamte Bauzeit ermöglicht also entsprechende Arbeitsplätze im Dorf. Sobald die Überbauung beendet und bewohnt ist, kann man wieder davon ausgehen, dass für den Unterhalt der Liegenschaft erneut Einheimische angestellt werden. 

Auch die bestehenden touristischen Infrastrukturen (Skilift, Restaurant...) würden jeden zusätzlichen Besucher begrüssen. 

Architektonische Gestaltung der Ferienhäuser

Die architektonische Gestaltung wurde bewusst dem traditionellen qualitativ bewährten historischen Baustil angepasst. Die Baukunst von anno 1600 beweist heute noch Qualität sowohl räumlicher- wie funktioneller und ästhetischer Natur. Bewährtes soll auch heute noch weiterentwickelt werden können und auch hier gilt das "Back to the roots" - Konzept. Die historischen Werte können in der Architektur wieder belebt werden und vertragen sich schliesslich ausgezeichnet mit dem bestehenden Dorfcharakter. Die urtümliche Bauart erlaubt auch viel Eigeninitiative vom Bewohner, der sich das Haus schliesslich aneignen wird und somit die Vielfalt wieder gewährleistet wird. Kein stereotypisches Chalet soll gebaut werden, sondern verschieden orientierte "Stafel", mit eigenen Gärten und einem gemeinsamen Infrastrukturraum, - platz. Es ensteht ein Quartier integriert im Dorfcharakter. 

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Ein Fallbeispiel: Herr X, Stadtmensch-Manager wird Abländschen -Tourist

Natur und Berge sind eigentlich fast Fremdwörter bei Herrn X. Er lebt in der heute hochzivilisierten Gesellschaft, hat Familie und arbeitet in der Stadt 150 %. Sein beruflicher Erfolg steigt etwa im gleichen Mass wie sein gesundheitlicher psychischer und physischer Zustand sich verschlechtert.

Er braucht Erholung, Entspannung und Regeneration. So entschliesst sich Familie X, in Abländschen ein Ferienhaus zu kaufen. Ob an Wochenenden oder während ganzen Ferienwochen, verlässt die Familie nun das Stadtleben und zieht aufs Land, in die Berge. Die neue ungewohnt ruhige Umgebung ermöglicht eine ideales Relaxen. Gemütlich wird das Haus eingerichtet, der Gartensitzplatz in Beschlag genommen und die Natur genossen. Auch die Nachbarn Y und Z sind an diesem sonnigen Wochenende angereist und gemeinsam freuen sich die Familien über die wunderbare Stille.

Samstags wird bei X gebrätelt im Garten, Sonntags bei Y und Tags darauf entscheidet man sich für ein Menu auf der Terrasse des Restaurant.

Nebenan ist eine neue Familie eben erst angekommen. Der gemeinsame Platz wird jetzt auch gestaltet und eingeweiht. Geplant sind eine Feuerstelle, die gleich von Herr Abländscher erstellt werden soll.

Frau X beschliesst, mit den Kindern gleich noch weitere Schulferienwochen im eigenen Ferienhaus zu verbringen, Herr X wird die Familie nach seiner Arbeitswoche in der Stadt wieder am Wochenende treffen. Auch steht das "Grotschi"-Sommerfest vor der Tür: Einheimische wie Ferienleute werden zusammen einen gemütlichen Abend verbringen und sich jedes Jahr die Anekdoten des Vorjahres erzählen: "weisst Du noch, als wir das Haus von Z gebaut haben?..." "Die Fondueparty letzten Winter bei Y war auch nicht schlecht, der Abend endete schliesslich wieder im Restaurant..."

Für die erste Semesterwoche im Betrieb hat sich Herr X. entschieden, seine Firmenkollegen zu einem Seminar in seinem Ferienhaus einzuladen. In einer ungewohnten Umgebung sollen interne Strukturen diskutiert werden und sich die Kollegen von einer anderen Seite kennen lernen. Das naturnahe Leben setzt ungeahnte Fähigkeiten frei, und die einfache Unterkunft erfrischt die verstaubten Instinkte der Stadtmenschen.

Die möglichen Szenarien des Lebens in und um die neue Ferienhauszone sind vielfältig und erstrebenswert; durch die baulichen Möglichkeiten und entsprechenden Zonenvorschriften kann ein wichtiger Teil zur Realisierung dieser Szenarien beigesteuert werden.

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Situationsplan



Pläne Haus A und B

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Baubeschrieb

Das ganze Baukonzept übernimmt in möglichst authentischer Weise die traditionelle Holzbauweise wie sie seit dem 16 Jahrhundert für unsere  Region typisch ist.

Einfaches Zweistubenhaus mit Gaden (Dachausbau) in Block- und Ständerbauweise auf einfacher Kellerringmauer aus Naturstein. Schindeldach auf Holzsparrenlage. Sämtliche Holzarbeiten naturbelassen ohne Behandlung.

Untergeschoss
Einhäuptiges Natursteinkellermauerwerk mit Kalkmörtel gemauert, Fugen ausgestrichen oder Schalungssteine, teilweise Beton, Naturboden mit Kies, Brettertüre mit Einschubleisten, Deckenuntersicht, Isolationsabdeckung mit Sägerohren, Brettern.
Erdgeschoss
Böden: Sämtliche Boden aus breiten Tannenbrettern massiv, vor Feuerstelle Natursteinplatten.
Wände: Massive Ständerkonstruktion nicht isoliert.
Türe: Brettertüre geriegelt mit Einschubleisten, beim Aufrichten eingebaut. 
Fenster: Fenster mit Isolierverglasung an massive Fensterpfosten angeschlagen.
Decke: Decke massive Zweizoll starke Bretter mit Rillenfas (Katz).
Küche: Einfache Küche mit Holzkochherd, offene Feuerstelle, Schüttstein mit Warm- und Kaltwasser, keine Geschirrspülmaschine (auf Wunsch möglich).
Wohnraum: Holzofenfeuerung von der Küche her oder Elektrospeicherofen.
Dusche/WC: Boden, Wände und Decke Holz. Einfache Duschenkabine, Waschtisch und Klosettanlage. Elektroheizofen mit Thermostat (Direktheizung).
Treppe: Einfacher Treppenaufgang in Tanne ins Dachgeschoss.
Laube:  Laube als Abstellkammer und Schrankraum nicht isoliert.
Dachgeschoss
Boden: Zimmerdecke über Erdgeschoss Zweizoll dicke Bretter. Keine Tritt oder Luftschallisolation.
Wände: Massive Blockwandkonstruktion, Brettertüren mit Einschubleisten beim Aufrichten montiert. Fensterpfosten massiv. Fenster mit Isolierverglasung.
Decke: Sichtbare Sparrenkonstruktion, Dachschalung gehobelt mit breiten Brettern. 14 cm Isolation (Umkehrdach).
Haustechnik: Grundsätzlich minimale haustechnische Installationen.Elektrodirektheizung (auf Wunsch möglich).
Abwasser: Abwasser in Gemeindekanalisation (ARA)
Kaltwasser: Kaltwasser in Küche, Dusche und eine Aussenzapfstelle
Warmwasser: Warmwasser mittels Elektroboiler oder über Holzfeuerung (Kochherd) nur in Küche und Lavabo/Dusche.
Elektro: Minimale Elektroinstallation. Grundsätzlich nur pro Zimmer eine Lichtanschlussstelle und eine Steckdose. Direktheizungsofen in Gaden.
Dachwasser: Dachrinne aus Holz mit seitlichem Ausspeier in Sickergrube. Nicht an Sauberwasserleitung angeschlossen.
Blitzschutz:  Blitzschutzanlage inbegriffen.
Umgebung: Einfache Gestaltung des Gartenplatzes, der Verbindungswege und Parkplätze mit Mergelunterbau und Kiesoberfläche.Pro Haus ist ein Gemüse- oder Blumengarten möglich. Muss selber gestaltet werden.

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KOSTENSCHÄTZUNG   HAUSTYP A  
0 Grundstück 24'000.00
01 Grundstückerwerb ca. 700 m2 20.--/m² 14'000.00
06 Erschliessung durch Verkehrsanlagen 10'000.00
1 Vorbereitungsarbeiten 5'000.00
2 Gebäude 365'000.00
4 Umgebung  10'000.00
5 Baunebenkosten 10'000.00
51 Bewilligungen, Gebühren (Gemeinde Saanen) 5'000.00
52 Muster, Modelle, Vervielfältigungen, Dokumentation 1'000.00
53 Versicherungen 2'000.00
56 Übrige Baunebenkosten 2'000.00
6 Reserve 6'000.00
TOTAL HAUSTYP A   420'000.00
KOSTENSCHÄTZUNG   HAUSTYP  B 
0 Grundstück 22'000.00
01 Grundstückerwerb ca. 600 m2 20.--/m² 12'000.00
06 Erschliessung durch Verkehrsanlagen 10'000.00
1 Vorbereitungsarbeiten 5'000.00
2 Gebäude 300'000.00
4 Umgebung 7'000.00
5 Baunebenkosten 10'000.00
51 Bewilligungen, Gebühren (Gemeinde Saanen) 5'000.00
52 Muster, Modelle, Vervielfältigungen, Dokumentation 1'000.00
53 Versicherungen 2'000.00
56 Übrige Baunebenkosten 2'000.00
6 Reserve 6'000.00

TOTAL HAUSTYP B  

350'000.00

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Verkaufspreise zu den Selbstkosten 


HAUSTYP A Fr. 420'000.00

HAUSTYP B Fr. 350'000.00


nicht eingerechnet sind: 

- Handänderungskosten 
- Bankzinse 
- Grundbuchgebühren 

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